Mit der Ausstellung „Schule der neuesten Prächtigkeit 3.0“ wurde in Aschaffenburg ein besonderes Kapitel Schul- und Museumsgeschichte aufgeschlagen: Zum ersten Mal seit den 1980er-Jahren sind wieder Schülerarbeiten in einer großen Kunstausstellung zu sehen. Allein dieser Umstand unterstreicht die außergewöhnliche Bedeutung des Projekts.

Rund 30 Klassen und Kurse aus drei Schulen, HSG, FDG und ESS, mit insgesamt etwa 800 Schülerinnen und Schülern setzten sich intensiv mit dem Thema „Körper“ auseinander. Aus dieser beeindruckenden Fülle wurden rund 150 Arbeiten ausgewählt, die nun in der Jesuitenkirche bis 22.2.2026 präsentiert werden. Die Werke zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig, experimentierfreudig und reflektiert junge Menschen sich heute mit Fragen von Identität, Ausdruck und Körperbildern auseinandersetzen.

Die Ausstellung wurde am 20.01.2026 in Anwesenheit der Bürgermeisterin Jessica Euler eröffnet. Die offizielle Eröffnung übernahmen Herr Dr. Schauerte, Leiter der Aschaffenburger Museen, sowie Johannes Honeck, Leiter des Christian-Schad-Museums und der Jesuitenkirche, gemeinsam mit Frau Elter und Herrn Dörig vom Hanns-Seidel-Gymnasium, Frau Grzywacz vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium und Frau Grimaldi von der Einhardschule Seligenstadt. Das Projekt steht damit exemplarisch für eine enge schul-, stadt- und sogar länderübergreifende Zusammenarbeit.

Für einen emotionalen Höhepunkt des Abends sorgte eine Performance von zwölf Schülerinnen und Schülern der 13. Jahrgangsstufe des HSG. Sie zog die rund 300 Ausstellungsgäste in ihren Bann und lenkte mit großer Intensität die Aufmerksamkeit auf die ausdrucksstarken Bilder von Johannes Grützke und die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler – ein Moment echter Gänsehaut.

Die Ausstellung macht deutlich: Kunstunterricht kann weit mehr sein als das Erlernen von Techniken. Er kann Räume öffnen, in denen junge Menschen ihre Sicht auf sich selbst und die Welt künstlerisch verhandeln – und diese Perspektiven nun endlich wieder einem breiten Publikum zeigen.

StR Dörig
Fachbetreuer Kunst